Glossar

Corporate Design als Erscheinungsbild

Corporate Design bezeichnet das visuelle Erscheinungsbild eines Unternehmens. Dazu gehören Logo, Farben, Schriften, Bildsprache, Gestaltungsraster und wiederkehrende Elemente, festgehalten in Regeln, die auch andere anwenden können.

Mehr als ein Logo

Ein Logo sieht man für einen Sekundenbruchteil. Den Eindruck prägt der Rest: welche Farben eine Fläche bestimmen, wie Text gesetzt ist, wie Fotos aussehen. Deshalb macht das Logo den kleineren Teil eines Corporate Designs aus, auch wenn die meisten Gespräche damit beginnen.

Der wichtigste Bestandteil ist das Regelwerk. Es beantwortet die Fragen, die im Alltag ständig auftauchen: Welche Farbe für Fließtext, wie viel Abstand um das Logo, welche Schriftgröße für Überschriften, was passiert, wenn das Logo auf dunklem Grund steht. Ohne solche Regeln zerfällt jeder Auftritt innerhalb weniger Jahre.

Was dazugehört

  • Logo in allen benötigten Varianten und Dateiformaten
  • Farbwerte getrennt für Bildschirm und Druck, mit Angabe zur Verwendung
  • Schriften, lizenzrechtlich geklärt für Druck und Web
  • Vorgaben zur Bildsprache: Motive, Bildausschnitt, Bearbeitung
  • Gestaltungsraster für Abstände und Aufteilung
  • Anwendungsbeispiele für die wichtigsten Formate

Ein Beispiel aus der Praxis

In einem Unternehmen mit vierzig Mitarbeitenden existierten drei Logovarianten und vier verschiedene Blautöne nebeneinander, je nachdem, wer eine Datei zuletzt bearbeitet hatte. Angebote sahen unterschiedlich aus, je nach Abteilung. Ein Regelwerk mit sechs Seiten und ein Satz Vorlagen beendeten die Diskussion dauerhaft. Der Aufwand lag deutlich unter dem, was die ständigen Abstimmungen vorher gekostet hatten.

Print und digital zusammendenken

Ein Farbton, der auf Papier satt und dunkel erscheint, kann auf einem Monitor so hell wirken, dass Text darauf schwer zu entziffern ist. Bei Schriften sind Druck und Bildschirm getrennte Nutzungsrechte, eine Lizenz deckt selten beides ab. Wer die Bereiche nacheinander statt gemeinsam festlegt, bekommt zwei Auftritte, die nur ungefähr zueinander passen. Kontrastwerte und Lizenzumfang gehören deshalb gleich in die erste Festlegung.

Barrierefreiheit als Teil der Gestaltung

Farbkombinationen sollten so gewählt sein, dass Text ausreichend Kontrast zum Hintergrund hat. Das ist keine Einschränkung der Gestaltung, sondern eine Vorgabe wie jede andere. Wer sie erst am Ende prüft, muss regelmäßig Farben nachjustieren, die schon überall im Einsatz sind.

Übergabe und Pflege

Ein Erscheinungsbild ist erst dann fertig, wenn jemand im Unternehmen damit arbeiten kann. Dazu gehören eine geordnete Ablage aller Dateien an einem Ort, den auch Vertretungen kennen, und eine kurze Einweisung für die Personen, die regelmäßig gestalten. Sinnvoll ist außerdem eine feste Zuständigkeit für die Frage, ob etwas den Regeln entspricht. Ohne diese Zuständigkeit setzt der Zerfall nach etwa einem Jahr wieder ein.

Häufige Fragen zu Corporate Design

Wie umfangreich muss ein Regelwerk sein?

So umfangreich wie nötig. Für ein Unternehmen mit wenigen Anwendungen reichen einige Seiten mit klaren Beispielen. Handbücher mit siebzig Seiten liest ohnehin niemand.

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